Etrian Odyssey 4: Legends of the Titan in der Vorschau

Nach zwei Reisen fernab des europäischen Kontinents wagt sich Etrian Odyssey erstmalig auf dem Nintendo 3DS Ende August erneut über den japanischen und amerikanischen Markt hinaus.

Etrian Odyssey 4: Legends of the Titan in der Vorschau

Vielleicht liegt das allererste Etrian Odyssey noch in der ein oder anderen Nintendo DS Spielesammlung seit 2008  herum und die unfreiwillige „Hab ich was verpasst?“ Frage drängt sich nun mit dem Sprung von Teil 1 zu Teil 4 auf.

Kurz gesagt: Ja.

Heroes of Lagaard und The Drowned City, die beiden Etrian Odyssey Nachfolger, schafften es nie offiziell nach Deutschland. Dies ist auf mangelnde Verkaufszahlen, unaufgeschlossenen Kundenmarkt oder Faulheit bei Entwicklern und Publishern zurück zu führen -vermutlich. Im Laufe der letzten sechs Jahre Bestehungszeit, fand nunmehr ein gedanklicher Umschwung statt und eventuell ist der 3DS mitsamt grafisch neuen Möglichkeiten für den abermaligen Versuch verantwortlich, auch bei uns eine größere Fangemeinde zu erreichen.

Auf gewisse Weise ist ein ‚Ja‘ aber vorschnell gesetzt und eine kurze geschichtliche Ausführung klärt auf, weshalb.
In Etrian Odyssey galt es einer selbst zusammengewürfelten Gruppe aus kleinen, tapferen Heldenklassen im noch kleineren Dörfchen Etria mächtig zu werden, die nahe gelegene Touristenattraktion Ygdrassil hinabzusteigen, dieses Labyrinth zu erkunden, eigenständig Karten anzufertigen, Monster zu verhauen, im Städtchen Monsterüberreste verkaufen, neue Ausrüstung erkaufen, leveln, kämpfen, Klassen auswechseln und irgendwo in den Dungeons zwischen Quests und Grinden die umfangreichere Story zu finden.
Teil zwei wechselte das Dörfchen, fügte drei neue Klassen ein, erfuhr  hier und dort ein paar Änderungen (mehr Level, andere Skills) setzte den Dungeon zum Himmel hinauf anstatt hinab unter die Erde und folgte dem Mysterium nach einer Hintergrundgeschichte.
Zwei Jahre später tauchten im dritten Nachfolger komplett neue Heldenklassen ins Meer hinab, machten alle alten Abenteurer arbeitslos, abermals kamen Änderungen dem Gameplay zugute und mitsamt Schiffchen galt es, den neuen Unterwasser-Ygdrassil-Dungeon ein weiteres Mal zu erkunden, die glorreiche Queste um verlorene Story vielleicht endlich bewältigend.

Und schon ist der grobe Wissensstand erreicht, die Angst und Sorge Entwicklungsschritte verpasst zu haben verschwunden und das beruhigende Gefühl der Gewissheit, beim vierten Teil mit gleicher montoner … –zu negativ, hier muss ein nettes Wort hin- … traditioneller … -sehr gut- Vorgehensweise empfangen zu werden, vorhanden.

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In der Ego-Perspektive durchstreift ein Grüppchen aus Abenteurern Ebene um Ebene der Labyrinthe, legt mithilfe des Touch-Screens beim Nintendo DS/3DS eigenständig detaillierte oder oberflächliche Karten der durchstöberten Bereiche an, erwehrt sich in taktischer Gruppenzusammenstellung den zufällig erscheinenden Monstern und größeren Gegnern, sogenannten ‚FOEs‘, die, sobald einmal auf der Karte entdeckt, genauso wie der Spieler mit jedem Schritt eine eigene Aktion ausführen und agieren. So dreht sich das ganze Gameplay um Questen, Leveln und Erkunden.
Und so einfach dieses Schema ist, umso mehr hält es beschäftigt, gibt mit immer neuen Monsterarten, weiterer Ausrüstung, besseren Skills und der selbst angelegten Karte, die wie alles andere vervollständigt werden möchte, durchgängig Grund noch ein Stück weiter zu spielen.

Tatsächlich sind die Neuerungen und Feinschliffe an diesem First-Person-RPG im Stile alter westlicher Dungeoncrawler, versteckt unter japanischen Gewandt, mit behutsamer Vorgehensweise implementiert worden.

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Nun bietet Legends of the Titan in einer Mischung aus alten und neuen Klassen für das fünf Kopf große Team eine Gesamtauswahl von zehn unterschiedlichen Professionen.
Die Idee der Seefahrt aus The Drowned City evolutioniert zu einem Luftschiff, welches die Gruppe Abenteurer über die Welt reisen lässt, wo mehrere Labyrinthe unterschiedlichster Größe und Schwierigkeit verborgen liegen, aber auch die Hauptwelt zusammen mit verschiedenen Bereichen entdeckt werden mag.
Ein ‚Casual‘-Player Modus ist einstellbar, der den Game Over Bildschirm ersetzt und bei einem Ableben der ganzen Gruppe innerhalb eines Dungeons diese zurück in die Anfangsstadt Tharsis befördert.
Alle kleinen und größeren Monster zeigen sich nun als 3D Gegner im Kampf, der Soundtrack im Spiel bekommt eine orchestrale Überarbeitung und die Street Pass Funktion ermöglicht den Austausch von Gildenkarten, Kartenabgleiche von verstecken Schätzen; über QR-Codes lassen sich weitere Quests und Ausrüstung einfügen.

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Am 30. August 2013 wird Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan hierzulande für den Nintendo 3DS erhältlich sein und dann lässt es sich sagen, wie viel Langzeitspaß die Spielreihe nach sechs Jahren noch zu bieten hat.

Übrigens ist in Japan seit Ende Juni Etrian Odyssey Untold: The Millennium Girl kaufbar, eine Neuauflage des ersten EO mit Sprachausgabe und Zwischensequenzen. Bleibt abzuwarten, ob es sich nach dem Versuch von Teil 4 ebenfalls bis nach Europa durchschlägt oder die Reihe mit kreativer Pause erneut zwei Titel überspringt.

Kommentar: Ich könnte lauter böse Sachen über sinnloses Grinden und eintöniges Gefarme schreiben, aber eigentlich freu ich mich auf den Charme von EO und das Anfertigen der Karten mit groß und fett geschriebenen ‚TREASURE!<3!<3!<3!‘ -Verweis bei Schatztruhen, deshalb bin ich gespannt, wie der vierte Teil auf dem 3DS wird.

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