Heroes of the Storm: Was ist das? Ein Einstieg.

Bereits 2010 für das Strategiespiel Starcraft II als Map angekündigt überraschte Blizzard die Spieler mit der Ankündigung eines eigenständigen Ablegers des MOBA Genres im Multiversum der Blizzard Helden. Was hinter Heroes of the Storm (HotS) steckt und wie es funktioniert, erfahrt ihr hier bei uns.

Heroes of the Storm: Was ist das? Ein Einstieg.

Wir staunen nicht schlecht, als wir als ehemaliger Marshall der Terranischen Armee auf Mar Sara den Nexus betreten und dem mächtigen Uther aus der Warcraft Welt gegenüber stehen. Auf einmal heißt es, wir wären zur Unterhaltung da und müssten uns Scharmützel mit anderen Charakteren von verschiedenen Welten liefern. Der Nexus entscheide, wer dazustößt und wer mit wem gegen wen spielt.

Also gut, wir stürzen uns in den Kampf. Immerhin sind wir Raynor, einer der draufgängerischten Rebellenanführer die das Universum gesehen hat. Und als eben dieser gehen wir in den Kampf gegen den bösartigsten Schurken den die Welt je gesehen hat – gegen den Lord der Finsternis Diablo persönlich. Passt ja.

Aber wir müssen den Kampf gegen Diablo und die Ausgeburten der Hölle nicht allein bestehen. Es gesellen sich Mitstreiter zu uns. Nova die Scharfschützin, ebenfalls aus dem Starcraft Universum. Und als wir uns wieder einmal Kerrigan stellen müssen, wird die Sache langsam spaßig.

Damit steigt Heroes of the Storm in die schnell erzählte Handlung ein und wirft uns ins actionreiche Kampfgeschehen. Wir genießen es. Es überkommt uns immer wieder dieses Grinsen, wenn wir eine Zitadelle zerstört haben oder unser Charakter einen verbalen Schlagabtausch mit den Helden in seiner Nähe führt. Eigentlich konnte ich mit diesen MOBAs wie League of Legends oder Dota nie viel anfangen. Aber bei Heroes of the Storm erwische ich mich immer wieder diesen einen Satz sagen: „Die eine Runde noch“.

Aber was ist HotS und was macht es so anziehend?

Was ist ein MOBA?

Laut Wikipedia steht MOBA für Multiplayer Online Battle Arena oder ist auch bekannt als  Action Real-Time Strategy (ARTS) und ist erstmal eine Unterkategorie des Echtzeit-Strategie Genres. Okay, Multiplayer und online Battle Arena. Also wir kloppen uns mit anderen Spielern virtuell die Köpfe ein. Klingt erstmal nicht sehr atemberaubend. Wäre da nicht der strategische Aspekt.

In einem MOBA treten zwei gegnerische Teams gegeneinander an und müssen versuchen als erstes das zentrale Gebäude (in diesem Fall die Zitadelle) des Gegners zu zerstören. Ein MOBA verzichtet dabei darauf, dass man eine Basis errichten und Ressourcen sammeln muss. Das erledigt der Computer für einen. Man selbst spielt einen Helden der durch Töten von Computergesteuerten schwachen Einheiten oder anderen Spieler-Avataren Erfahrung sammelt und durch Stufenaufstiege bessere Skills erhält. Was noch nicht sonderlich taktisch klingt. Aber immerhin gibt es Rollenspiel Aspekte. Die Karten auf denen sich die Schlacht abspielt sind wie Arenen abgegrenzt und es gibt meistens nur zwei bis drei direkte Wege, die in die gegnerische Basis führen. Diese Wege werden allerdings durch Wachtürme bewacht.

Der Mix aus begrenzten Laufwegen, größeren, aber schwachen Ansammlung von computergesteuerten Armeen, die Verteidigungsanlagen und der Drang des gegnerischen Teams, seine Basis zu beschützen, lassen je nach nachdem, wie der jeweilige Hersteller sein Spiel mit weiteren Ideen anreichert, durchaus taktische Tiefen zu.

Diese Art des Spiels wurde erstmals durch die Modifikation des Blizzard Strategiespiels Warcraft 3 unter dem Namen „Defense of the Ancients“ (kurz DotA) eingeführt und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit. Schnell wurden Spiele wie League of Legends von Riot Games oder DotA 2 von Valve zu Welterfolgen und etablierten sich in der eSport Szene. Mittlerweile gibt es Weltmeisterschaften für LoL bei denen um Gewinnbeträge von bis zu einer Millionen Euro geht.

Und was ist nun Heroes of the Storm?

Auch Blizzard stieg in die Sparte des MOBAs ein – auch wenn Blizzard selbst HotS nicht so nennen mag. Sie nennen ihr Spiel lieber einen Hero Brawler (die beste Übersetzung die uns grad einfiel wäre „Heldengekloppe“). Also nennen wir HotS nun auch so. Wir reden also nicht über ein MOBA sondern einen HB (was passt, die Köpfe und Finger können durchaus mal rauchen).

Aber was macht HotS so anders als die bisher sehr erfolgreichen MOBAs?

Die Entwicklung von HotS

Wagen wir zuerst einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Wie bereits erwähnt, begann die Geschichte von HotS bereits 2010, als Blizzard mit einer Map für Starcraft 2 die Moddingeigenschaften ihres neuen Strategiespiels aufzeigen wollte. Ein Jahr später wurde aus der Mod ein eigenständiges Spiel, welches zunächst als das schnelle und spritzige Blizzard DOTA vorgestellt wurde. Der Name hielt sich aber nicht lange, da sich Blizzard und Valve um den Markennamen DOTA stritten. Blizzard war der Meinung sie hätten ein Recht auf den Namen, da der Ursprung der MOBAs, nämlich DOTA, eine Mod zu Warcraft III war. Aber Valve konnte sich den Namen sichern und Blizzard musste sein Spiel fürs Erste Blizzard All-Stars taufen.

Bis 2013 wurde es dann recht still um All-Stars, erst im März 2013 verkündete Dustin Browder, seinerzeit Director von Starcraft II, dass an Blizzard All-Stars noch fleißig gewerkelt würde. Man befinde sich auf einem gut Weg und auch einige der Starcraft II Entwickler wären dem neuen Projekt zugeordnet worden.

Im August des selben Jahres meldete sich Mike Morhaime, Präsident von Blizzard, zu Wort. Blizzard All-Stars hatte bereits einige Firmeninterne Alpha Tests und Meilensteine absolviert. Die Bezeichnung des „Action Echtzeit-Strategiespiels“ und Blizzards Vorhaben, sich mit All-Stars von den bisherigen Genre Konventionen zu entfernen wurde geprägt. Als das Titan Team verkleinert wurde, wurde im gleichen Zug das Team um All-Stars vergrößert. Es wurde klar, Blizzard meint es ernst mit seinen Plänen. Im Oktober 2013 wurde der neue Name ihres MOBAs vorgestellt: Heroes of the Storms.

Und weil sich Blizzard bereits großspurig dazu geäußert hatte, etwas anderes zu liefern, als es Riot oder Valve bereits getan haben, mussten sie sich auch daran halten.

Womit wir zu dem kommen, was Blizzard sich vorgenommen und umgesetzt hat

Der „Hero Brawler“ möchte euch mit eurem Helden enger verbinden. DotA 2 bietet euch hunderte Helden zwischen denen ihr wählen könnt, HotS hat am Anfang 24. Das könnte sich zwar ändern, aber die Auswahl ist übersichtlich und wird niemanden schon darin überfordern, den richtigen Helden zu wählen. Da ihr ziemlich simpel einen Helden wählen und ihn zunächst testen könnt, bevor ihr euch für einen Kauf entscheidet. Und Blizzards Vorteil: Es sind Helden aus ihren bekannten Universen. Wer Spiele wie Starcraft, Warcraft oder Diablo kennt, der kennt die Helden in HotS; der weiß was sie bewegt und schmunzelt schneller bei Anmerkungen und Anekdoten auf die Spiele. Die Figuren sprechen einfach für sich.

Die richtige Spielweise für euren Helden heraus zu finden soll der Fokus sein und nicht die vielen Kleinigkeiten, wer als letzter einen Gegner hauen darf oder wann man am besten zur Basis zurück kehrt um sich Items, die einen aufbessern, zu kaufen.

In DOTA oder LoL wird penibel darauf geachtet, welcher Spieler das Gold einsammeln darf, dass von den Gegnern fallen gelassen wird. Denn wer den letzten Schlag auf den Gegner setzt, erhält Erfahrungspunkte und Gold. Es wird sich abgesprochen, welcher Spieler am schnellsten Leveln soll. Es entsteht unheimlich viel Druck und vor allem neue Spieler wissen nicht gleich, wie sie damit umgehen sollen.

Was das Team angeht, holt Blizzard den Teamgedanken zurück. Jeder Erfahrungspunkt, der einkassiert wird, zählt für das gesamte Team. Man möchte die Alleingänger raus halten und Spieler darin unterstützen, auch unbekannte Charakterklassen wie Unterstützer auszuprobieren. Diese Klassen haben meistens wenig Chancen allein gegen die Gegnerwellen vorzugehen, aber im Team können sie über Sieg oder Niederlage entscheiden. Es gibt in HotS einige sehr mächtige Unterstützer-Klassen, die dafür da sind, das Team zu pushen und Gegner zu schwächen. Diese Klassen haben wieder eine größere Daseinsberechtigung, da Kills keine Bedeutung für den Einzelnen mehr haben. 

Durch das Eliminieren des „Last Hit“ Gedanken und dem Shop mit Aufwertungen, erhält Blizzard den Fokus auf das Wesentliche: Die Map zu nutzen und das Team zu unterstützen.

Die Maps sind ein sehr entscheidender Faktor und bieten dem Spiel seine taktische Tiefe. Während in DOTA2 und LoL im Bereich des „Jungle“ ein paar einfache, neutrale Gegner umherirren, die man für Gold und ein paar Erfahrungspunkte farmen geht, haben diese neutralen Gegener in HotS einen weiteren Effekt. Die sogenannten Söldner bringen einem immer noch Erfahrungspunkte, kämpfen nach einem Sieg über diese aber für das eigene Team. Sie greifen die automatisierten Gegner und auch die Basis eures feindlichen Teams an und sind dabei nicht zimperlich. Auf allen Karten findet ihr auch gigantische Söldner, die ganze Felsen mit sich schleppen. Diese Felsen schleudern sie aus ausreichender Entfernung auf die Wachtürme des Gegners, ihr könnt einfach zugucken. Das Team, dass sich so oft wie möglich die Söldner sichern kann, erhält mit ihnen einen entscheidenden Vorteil.

Neben den Söldnern bieten die Karten in HotS weitere Mechaniken.

Das Besondere an den Karten auf denen sich eure Helden bewegen sind die speziellen Quests. Wie das töten von Unkraut in der Nacht in den Gärten der Angst. Mit den Samen, welche von den Unkrautlern fallen gelassen werden, kann ein Gartenungeheuer beschworen werden – sobald ihr 100 Samen eingesammelt habt. Mit dem Gartenungeheuer ist es recht einfach, die gegnerischen Türme zu zertrümmern.

Nutzt diese Karteneigenschaften immer!

Wer sich HotS ansieht und den Vergleich zu League of Legends sucht, der wird wohl zunächst ernüchtert feststellen: Das Spiel ist ja mal total simpel gehalten, das wird doch nie was.

Klar, das haben die Leute vor zehn Jahren auch über World of Warcraft gesagt. Der Rest ist Geschichte.

Weitere Informationen und Tipps zum Einstieg in die Beta findet ihr in unserem Beitrag zur Beta.

Val

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