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Batman: Arkham Asylum – Geniestreich oder nicht?

Batman Arkham Asylum ist ein Action Adventure Prügel Stealth RPG? Puh schwer zu sagen. Das Gameplay ist unheimlich vielfältig das es mir schwer fällt eine genaue Einstufung vorzunehmen. Rocksteady werden als Entwicklerstudio wahrscheinlich nicht viele kennen. Diese Jungs haben ihren Auftakt mit Urban Chaos: Riot Response für PS 2 und Xbox (2006) hingelegt. Dann (2011) noch den Nachfolger Batman: Arkham City nachgelegt. Batman: Arkham Asylum selbst erschien schon 2009. Nach langer Trockenperiode war es aber wieder mal ein Spiel im Flattermann Universum. Viele Fans waren Anfangs skeptisch, so auch ich. Nachdem ich aber die ersten Minuten gespielt und die ersten Insassen verdroschen hatte, war ich begeistert. Aber fangen wir vorne an, damit ihr meine Begeisterung nachvollziehen könnt.

Story

Die Story hinter dem Spiel kommt aus der Feder von Paul Dini. Dieser zeichnet sich schon für viele DC Produkte und Comics verantwortlich. So hat er auch die Scripts zu Serien wie Superman: The Animated Series, The New Batman/Superman Adventures und Batman Beyond geschrieben. Außerdem ist er einer der Schreiber von Lost. Sie kann also eigentlich gar nicht schlecht sein oder?

Nein kann sie nicht, denn sie ist eigentlich ganz spannend, wobei er natürlich wenig Motivationsprobleme für den Helden hat, denn wer Batman kennt, der weiß, dass er früher oder später eh jedem das Handwerk legt.

Beginnen tut dabei alles damit, dass Batman den Joker nach Arkham verfrachtet. Während der Einlieferung geht allerdings irgendwas fürchterlich schief. Der Joker kann nicht nur entkommen, sondern auch die Kontrolle über Arkham Island an sich reißen. Trotz sofortiger Gegenmaßnahmen der Wachen und der Gefängnisleitung, kann am Ende nur einer helfen und das ist der Dunkle Ritter himself. Dieser lässt sich natürlich nicht lange bitten! Besonders, da der Joker nichts besseres zu tun hat, als ihn herauszufordern. Aber wie kann es sein, dass jemand wie der Joker die Kontrolle über eine Anstalt an sich reißt und das ganz allein? Der Schluss ist einfach. Hat er nicht. Durch ein Feuer im Blackgate Gefängnis sind einfach sehr viele Gefolgsleute des Jokers übergangsweise in Arkham untergebracht worden. Aber was will der Joker von der jungen Ärztin Dr. Young? Was ist das Projekt Titan, welches Heilung für die vielen Insassen versprechen soll? All das gilt es herauszufinden und dabei natürlich den Joker zu stoppen!

Auf dem Weg zu unserem Grünhaarigen Erzfeind treffen wir natürlich auch andere Superverbrecher wie, Scarecrow, Harley Quinn, Killer Croc oder Poison Ivy und die wollen auch ihre Abreibung.

Da das Gameplay so unheimlich umfangreich ist, werde ich diesmal mit der Technik anfangen.

Grafik

Die Grafik ist rundum stimmig und sogar heute noch ansehnlich. Zwar gibt es noch keine DX 11 Effekte und Tesselation, aber das braucht es auch nicht um die morbide Stimmung von Arkham Island einzufangen. Die Außenareale sehen dabei etwas antiquiert aus, denn die Grasgrafik wirkt manchmal etwas vermatscht. Die Innenareale allerdings, und da spielt das Spiel meistens, sind fantastisch düster. Die Charaktere sind wunderbar designet und besonders der Joker sieht herrlich wahnsinnig aus, während Harley einfach zum anbeißen ist. Die Gesichtszüge sind fein animiert, die Videosequenzen halten sich zwar in Grenzen aber dafür sind auch diese in Spielgrafik, reißen einen also nicht aus dem Geschehen.

Noch ein bisschen zum Look der Insel an sich. Während des Spiels musste ich mehrmals schlucken, wenn ich gesehen habe, wie die Anstalt aufgebaut ist. Überall Stacheln, Stacheldraht, rostige Wände, abbröckelnde Fliesen, Schmutz, Blut und altes Metall. Man hat die ganze Zeit das Gefühl irgendwie in einer anderen Welt gelandet zu sein. Man versteht einfach, wieso die Patienten hier nicht geheilt, sondern eher noch verrückter werden. Als letztes zu erwähnen ist die Beleuchtung Dadurch das viele Lampen kaputt sind und der Alarm natürlich ausgelöst ist, bleibt die Stimmung drückend. Die Dunkelheit ist hier eben nicht immer unser Freund, wobei? Vielleicht doch! Hihihihi….hust… ähem…ja… dazu später mehr…

Sound

Ja der Sound hat diesmal eine extra Kategorie verdient, wie ich finde. Dieser ist nämlich absolut atemberaubend. Der Soundtrack versteht es genau das zu tun, was ein Soundtrack tun muss. Nämlich durch seine Stimmigkeit in jeder Situation den Spieler total zu fesseln. Zudem sind die Geräusche die in der Anstalt vorherrschen einfach nur gruselig und so stimmungsvoll gesetzt, dass wenn man nicht ein Ritter in dunkler Hightechrüstung mit Fledermauscape wäre, man sich vor Angst in die Hosen machen würde. Da kreischen die noch Eingesperrten, es tropft Wasser von der Decke oder das irre Lachen des Jokers schallt aus den Lautsprechern.

Auch kann man immer wieder Ansagen der ehemaligen Angestellten oder des Jokers hören. Die Gefolgsleute des Jokers mit denen man sich prügelt, haben auch immer wieder interessante Sprüche drauf, die man hört wenn man näher kommt. Sogar während des Kampfes können sie nicht die Klappe halten. Dabei geben die Jungs immer an, dass sie Batman doch so schnell erledigen werden. Zumindest Anfangs. Später werden die Gespräche dann schon ängstlicher und sie hoffen das Batman gar nicht kommt. Natürlich kommt man trotzdem und schenkt ihnen ordentlich ein.

Aber das wahre Potential entfaltet sich hier erst bei den Sprechern. Denn die Sprecher aus den Serien leihen auch hier den Charakteren ihre Stimme. So wird Batman von Kevin Conroy gesprochen der ihn schon seit 1992 in den verschiedenen Batman Serien spricht. Absoluter Wiedererkennungswert. Der Joker wird von Mark Hammil gesprochen, der damals Luke Skywalker gespielt hat. Der Cast ist also absolut hochwertig, was sicher auch daran liegt, dass Rocksteady Time Warner gehört und Warner Bros. Inc. Dieses Spiel published. Das führt dazu, dass viele Originalstimmen zu hören sind. Fantastisch!

Steuerung

Das wird ein kurzer Abschnitt. Die Steuerung ist absolut intuitiv. Entweder man spielt mit Gamepad oder mit Maus und Tastatur. Mit WASD wird Batman gesteuert. Rechte und Linke Maustaste sind fürs Prügeln da. Nämlich Schlagen und Kontern, mehr geht gar nicht. Muss auch nicht, dazu später aber mehr. Euer wichtigstes Instrument ist neben der X Taste, die den Detektivmodus einschaltet, die Leertaste. Mit der Leertaste bringt ihr Batman zum rennen, benutzt Gegenstände, öffnet Türen und sammelt die Boni ein.

So und nun kommen wir endlich mal zum Gameplay. Das wird ein sehr langer Abschnitt.

Gameplay

Anfangs ist Arkham Island natürlich nicht frei begehbar. Der Joker entscheidet wo Batman lang kann. Aber Batman wäre nicht der Dunkle Ritter, wenn er nicht trotzdem Wege finden würde, die der Joker nicht überwacht. Zum Beispiel Lüftungsschächte, oder direkt über die Dächer. Wie kommt man da am besten hoch? Ganz einfach: mit dem Bathaken. Dieser bringt Batman an bestimmten Stellen nach oben und lässt ihn über den Köpfen der Fieslinge entlang gehen. Batman hat aber noch sehr viel mehr Gadgets mit denen er sich einen Weg bahnen kann. Die bekommt er im Laufe des Spiels. Dabei sind das Explosivgel, welches brüchige Wände weg sprengt, die Batclaw, welche es Batman ermöglicht, entfernte Objekte zu greifen. Dazu kommt der Sequenzer mit dem man sich in die Konsolen der Anstalt hacken kann, um elektronische Barrieren abzuschalten. Als letztes gibt es noch den Seilwerfer, der große Abgründe überwindbar macht. Nicht zu vergessen, die absolute Allzweckwaffe, der Batarang!

All diese Gadgets sind aber auch nötig um alle Geheimnisse der Insel zu erkunden, denn der Riddler hat überall auf der Insel Trophäen und Rätsel versteckt, die es lohnt zu sammeln. Mit diesen Rätseln schaltet man Biografien anderer Charaktere aus dem Batman Universum frei, Tonbänder enthalten Patientengespräche, die auch einen Teil der Story zeigen, die abgelaufen ist, bevor der Joker die Insel übernommen hat. Die Trophäen schalten weitere Maps im Herausforderungsmodus frei. Als letztes gibt es noch die geheimen Steine die einen Geist von Arkham enthalten. Diese Schnipsel zeigen die Entstehung der Anstalt. Sehr spannend und absolut interessant. Zwar trifft man Edward Nigma nicht persönlich, aber er kommuniziert mit uns und verspottet die Fledermaus, immer wieder, wenn er ein Rästel löst, weil es doch so leicht war.

Insgesamt gibt es 240 Riddler Rätsel. Um diese zu lösen benötigt man nicht nur alle Gadgets, sondern auch den Detektivmodus. Ist dieser aktiviert, so wird die Umgebung bläulich und alle interaktiven Elemente werden in Orange hervorgehoben. Außerdem ist es möglich, Gegner durch Wände hindurch zu sehen. Dieser Modus ist auch nötig um die immer wieder aufkommenden Kriminologischen Spuren zu verfolgen. In diesem Sichtmodus werden auch Dinge analysiert und einige Riddler Rätsel überhaupt erst sichtbar.

Einen Großteil des Gameplays nehmen aber natürlich die Prügeleien ein. Etwa 80% der Gefolgsleute sind unbewaffnet oder nur mit Nahkampfwaffen wie Messer, Eisenstangen und Schockschlagstöcken ausgerüstet. Diese kann Batman einfach mit den Fäusten attackieren. Dabei baut der Flattermann einen Kombocounter auf. Je höher dieser Counter, desto höher auch die Erfahrungspunkte, die man bekommt. Mit diesen steigt Batman im Level auf und kann unter dem Punkt „Wanyne Tech“ seine Gadgets upgraden. Das geht vom verbesserten Batsuite für mehr Lebensenergie über den dreifachen Batarang bis hin zum Annäherungsexplosiven Explosivgel.

Wunderbar animiert flitzt die Fledermaus dabei über den Bildschirm, so dass sie sich in einen wahren Kampfrausch hinein prügelt. Es sieht einfach fantastisch aus, wenn der Protagonist über den Bildschirm fliegt und Tritt, schlägt, kontert und die Gegner mit allen möglichen Asiatischen Kampfsportarten vertrimmt.

Einige Gegner haben allerdings Schusswaffen und denen sollte Batman besser aus dem Weg gehen, denn Kugeln strecken unseren Helden schneller nieder als man „Alfred! MEDIC!“ rufen kann. Hier kann man nur eines machen. Nämlich sich auf die Wasserspeier schwingen, die unter der Decke hängen und sie einzeln ausschalten.

Sobald einer von ihnen allein ist, kann sich Batman lautlos von oben herabfallen lassen und ihn ausschalten. Sobald dieser dann von seinen Kameraden gefunden wird, bricht Panik aus. Die Schläger schauen sich um, schreien das Batman raus kommen soll und gehen nur noch zu Zweit auf Patrouille. Dabei wartet man selbst oben im Schatten und schaut wie sie ihre Magazine panisch entleeren und ihr Puls in die Höhe schnellt, wenn wieder einer von ihnen verschwindet. Das Gefühl der Überlegenheit und Kontrolle, die dieses Element beschert ist unheimlich. Es ist böse, fies, gemein und doch auf eine Art befriedigend, die ich bisher so in kaum einem Spiel hatte.

Die Bosskämpfe sind individuell und schön gestaltet. Man stellt sich im Verlauf des Spiels verschiedenen Gegnern wie Poison Ivy und Bane. Hier möchte ich aber nicht viel mehr erzählen, um nichts zu Spoilern.

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